Das Projekt

Bernd Römmelt fotografiert den hohen Norden seit über 20 Jahren: Die erste Reise führte ihn 1995 nach Alaska. Mit Freund und Freundin bereiste er das Land sechs Wochen lang und verliebte sich … in die Landschaft, die Tierwelt, die Menschen. Seitdem kehrte er beinahe jedes Jahr zurück.

Schatzkammer Arktis - Bernd RömmeltIm Laufe der Zeit bemerkte er jedoch Veränderungen – die bedeutendste davon: Es wurde praktisch von Jahr zu Jahr wärmer. Er konnte diese Tendenz nicht nur in Alaska beobachten, sondern auch in Lappland und auf Grönland. Der Klimawandel machte sich in der hohen Arktis immer deutlicher bemerkbar.

Alarmiert von der rasanten Erwärmung fasste er 2007 den Entschluss, etwas zu unternehmen. Ein neues, riesiges Projekt sollte auf den Klimawandel im hohen Norden aufmerksam machen. Bernd Römmelt wollte die »gesamte« Arktis dokumentieren, also alle arktischen Anrainerstaaten mit in sein Projekt aufnehmen.

Auf der Suche nach einem starken, glaubwürdigen Partner wurde er schnell fündig. Zusammen mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace begann er sein Mammutprojekt zu planen. In einem Zeitraum von vier Jahren wollte er alle Anrainerstaaten der Arktis (also Alaska, Nordkanada, Grönland, Island, Norwegen mit Spitzbergen, Schweden, Finnland und Rußland) bereisen und das, wenn irgendwie möglich, mehrmals pro Jahr.

Ziel war eine Bestandsaufnahme der Arktis. Bernd Römmelt wollte aufzeigen, welches Naturparadies wir verlieren, wenn der Klimawandel in der jetzigen Geschwindigkeit voranschreitet. Ziel war es aber auch, die Vielfalt der Arktis zu dokumentieren. Denn die Arktis ist eben nicht nur eine weiße Eiswüste und hier leben nicht nur Eisbären auf Eisschollen.

Schatzkammer Arktis - Bernd RömmeltAus diesem Grund sollten unbedingt auch die nordischen Tundra- und Taigalandschaften im Wechsel der Jahreszeiten mit in das Projekt aufgenommen werden. Das Projekt definierte die Arktis nicht nur anhand des Polarkreises, sondern auch anhand der Durchschnittstemperatur. Übersteigt diese Durchschnittstemperatur im wärmsten Monat des Jahres die Marke von 10 Grad Celsius nicht, dann zählen diese Regionen zur Arktis.

Definiert man die Arktis auf diese Weise, dann gehören große Teile Alaskas, Nordkanada inklusive der gesamten Hudson-Bay-Region, ganz Grönland, der nördliche Teil Islands, Lappland (Nordskandinavien), Spitzbergen sowie gesamt Russland nördlich des Polarkreises zur Arktis. Ausgehend von dieser Definition begann Bernd Römmelt, den hohen Norden zu bereisen. Er besuchte mehrmals den Denali-Nationalpark in Alaska, um im Schatten des Mount McKinley Elche, Eulen und Wölfe vor die Linse zu bekommen.

Schatzkammer Arktis - Bernd RömmeltEr reiste an den arktischen Ozean Alaskas, um dort – geplagt von tausenden Moskitos – Eisbären, Karibus, und Moschusochsen zu fotografieren. Er stand an der Eiskante in Baffin Island und wurde Zeuge, wie dutzende Narwale auf Nahrungssuche gingen. Er beobachtete kämpfende Eisbären an der Hudson Bay.

Er bewunderte die riesigen Eisberge im Ilulissat-Eisfjord auf Grönland. Er fuhr mit den Polarinuit Qaanaaqs auf Robbenjagd. Er fotografierte inmitten hunderter Papageitaucher in den Westfjorden Islands. Er wanderte tagelang durch den Sarek-Nationalpark in Schwedisch-Lappland. Er wurde in Finnland Zeuge, wie Wölfe Braunbären angriffen. Und er fand sich in Nordrussland inmitten tausender Rentiere wieder …
Bend Römmelt unternahm in den letzten vier Jahren 22 Reisen in die Arktis. Insgesamt verbrachte er 280 Tage im hohen Norden, belichtete mehr als zwei Terabyte an Bildern und »verbrauchte« fünf verschiedene Kameras.
Im Oktober 2011 erschien endlich im Münchner Verlag Frederking & Thaler sein großer Bildband »Arktis – Schatzkammer des Nordens«.

Seit November 2011 ist Bernd Römmelt im Auftrag von Greenpeace in ganz Deutschland unterwegs, um im Rahmen von Multivisionsvorträgen über seine Reisen in die Arktis zu berichten.
Übrigens: Sein neuestes Projekt wird ihn wieder in den hohen Norden führen … so viel sei bereits verraten!

Interview: Greenpeace und Bernd Römmelt